VEZ Ehrenamtspreis NRW – Nachbarschaftstreff in Corona-Zeiten

Projekttitel: Nachbarschaftstreff in Corona-Zeiten

Name des Vereins: Nachbarschaftstreff im Althoffblock

PLZ, Ort: 44137 Dortmund

Internetseite: www.nachbarschaftstreff-althoffblock.de

Telefon: 0231 7214970

Ansprechpartner*in: Gerlind Domnick

Vereinsfunktion: pädagogische Leiterin

Beschreiben Sie Ihr Projekt. Was macht es besonders? (max. 1000 Zeichen) *

Der Nachbarschaftstreff wurde im Juni 2000 eröffnet mit dem Ziel, das nachbarschaftliche Miteinander im Quartier zu unterstützen. Normalerweise haben wir 37 Gruppenaktivitäten für Jung und Alt, zahlreiche Einzelveranstaltungen sowie diverse Projekte. Coronabedingt gab es im Jahr 2020 über mehrere Monate keine Gruppenangebote und Veranstaltungen. Dafür wurden aber nachbarschaftliche Hilfen wie Einkäufe und Telefonpatenschaften als Brücke zur Außenwelt organisiert. Außerdem wurde im Frühjahr jeden Sonntag gemeinsam im Innenhof gesungen, um das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken. Das 20-jährige Jubiläum wurde in veränderter Form gefeiert: z. B. haben sich für die Foto-Aktion „0 bis 100“ 72 Besucher*innen unterschiedlichen Alters porträtieren lassen, 20 Künstler*innen gestalteten die gemeinsame Ausstellung Bunte Vielfalt“, die Sonderausgabe der Stadtteilzeitung „Althoffblättchen“ wurde ohne Redaktionsgruppentreffen erstellt. Zur Adventszeit wurden u. a. die Fenster des Treffs von mehreren Ehrenamtlichen für die Anwohner*innen liebevoll dekoriert, und es wurde untereinander gewichtelt und füreinander gebacken.

Welches gesellschaftliche Problem wollen Sie mit Ihrem Projekt lösen? (max. 100 Wörter):

Der Strukturwandel in Gesellschaft, Familie und Alter zieht immer mehr einen Verlust von Halt gebenden Beziehungen in Familie und Arbeit nach sich. Oft finden Menschen schon zu „normalen“ Zeiten für einfachste Lebensfragen keinen Ansprechpartner mehr. Dies kann zu einer Überforderung des Einzelnen und zu Isolation führen. So erfährt die Wiederbelebung von Nachbarschaft und Nachbarschaftshilfe mit verlässlichen sozialen Beziehungen im direkten Wohnumfeld heute eine zunehmend große Bedeutung als aktive Maßnahme gegen Anonymität und Vereinsamung. Da die Nachbar*innen coronabedingt nichts miteinander unternehmen konnten, wurden viele Ideen gesammelt, wie trotz Distanz und Kontaktvermeidung Austausch, Wärme und Gemeinsamkeit geschaffen werden konnte (s. o.).

Gab es Projekt- oder Kooperationspartner? Wenn ja, welche?:
Der Nachbarschaftstreff im Althoffblock ist ein Kooperationsprojekt der Wohnungsbaugenossenschaft Spar- und Bauverein eG und des Caritasverbands Dortmund e.V.. Die Netzwerkarbeit bot in diesem Jahr besondere Herausforderungen, da in den meisten Monaten des Jahres 2020 keine größeren realen Treffen möglich waren. So fand kein einziger Runder Tisch vom Seniorenbüro Innenstadt-West statt. Teamsitzungen des Fachdienstes Gemeindecaritas erfolgten meistens in kleinerer Runde oder auch digital, ebenso der Informationsaustausch mit dem Spar- und Bauverein, hier vor allem in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Quartiersarbeit und Sozialarbeit. Kollegiale Beratungen und Informationsaustausch erfolgten in der Regel telefonisch.

Gab es eine Projektfinanzierung? Wenn ja, durch wen?
Der Spar- und Bauverein stellt die Räumlichkeiten des Treffs zur Verfügung und übernimmt auch die Personalkosten. Der Caritasverband wiederum ist Anstellungsträger für die pädagogische Vollzeitstelle (momentan 80 %), welche dem Fachdienst Gemeindecaritas angegliedert ist. Der Caritasverband bezahlt alle weiteren laufenden Kosten, die anfallen (wie Fortbildung, Büromaterialien oder Feste). Zusätzliche Einnahmen konnten im Jahr 2020 durch eine Tombola erzielt werden, für die Ehrenamtliche im Vorfeld 500 tief- und hochpreisige Gewinne von umliegenden Geschäften, Gastronomien usw. angefragt und eingesammelt hatten. Vom Erlös wurde u. a. eine Leinwand für die Kino-Nachmittage, Vorträge usw. im Treff finanziert. Von der FreiwilligenAgentur wurden außerdem Zuwendungsmittel aus dem Förderbereich „Anerkennung und Wertschätzung“ bewilligt, von denen für die Ehrenamtlichen kleine Dankeschön-Geschenke gekauft werden konnten.

Wie viele Ehrenamtliche haben an diesem Projekt mitgewirkt? Normalerweise engagieren sich über 40 Personen ehrenamtlich im Nachbarschaftstreff als Gruppenleiter*in oder Teilnehmer*in in der Konzept- und Redaktionsgruppe. Wegen Corona konnten sich die Gruppen über mehrere Monate nicht treffen So eröffneten sich aber neue Formate des ehrenamtlichen Engagements wie als Einkaufshelfer*in, Telefonpate, Tombola und nachbarschaftliche Aufmerksamkeiten in der Adventszeit. Dabei haben über 50 Anwohner*innen ihre Unterstützung angeboten.
Welche Altersgruppen sind unter Euren Ehrenamtlichen vertreten:? Normalerweise engagieren sich im Nachbarschaftstreff eher Anwohner*innen zwischen 55 und 80 Jahren. Mit dem ersten Lockdown im März 2020 wurden im Nachbarschaftstreff umgehend Nachbarschaftshilfen wie Einkäufe und Telefonpatenschaften koordiniert. Hier haben eher jüngere Menschen (20 – 50 Jahren) ihre Unterstützung angeboten, da sie zum einen nicht zur Risikogruppe gehörten und zum anderen während dieser Zeit über mehr Tagesfreizeit verfügten.
Beschreiben Sie die Aufgaben der Ehrenamtlichen: Die Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit für ihre Nachbar*innen aus Solidarität in schweren Zeiten. Dafür müssen sie Absprachen einhalten und sich Zeit nehmen. Bei einer Telefonpatenschaft schenken sie einem anderen Menschen darüber hinaus ihr offenes Ohr und ihre Aufmerksamkeit. Dabei übernehmen sie Verantwortung für einen anderen Menschen und verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Außerdem müssen sich lernen, ihre eigenen Grenzen und die des anderen zu erkennen und zu respektieren.
Durchführungszeitraum : Die aufgeführten Nachbarschaftshilfen wurden mit dem ersten Lockdown im März 2020 installiert und laufen seitdem fortwährend.
Kategorie:Dialog

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